Die weibliche Stärke im Umgang mit trauernden Seelen

Liebe Schöpferinnen, wie schön, dass es Euch gibt!

Vorab möchte ich direkt meinen großen Wunsch mit Euch teilen:

Er handelt davon, dass der Tod den Menschen nicht mehr so viel Angst bereitet und nicht überwiegend als Schatten angesehen wird. Immerhin trägt das Sterben ein wärmendes Licht mit sich. Aus den Erfahrungen heraus kann ich festhalten, dass viele Männer bei diesem Thema noch mehr an die Hand genommen werden sollten, als wir uns vielleicht vorstellen können. Vor allem plötzliche Witwer halten es kaum aus, von jetzt auf gleich ohne Partnerin zu sein. Meist sind diese auch relativ schnell wieder in einer neuen Beziehung. (Wie gesagt, ich spreche von dem Großteil meiner eigenen Erfahrungswerte, möchte aber keinesfalls jemandem zu nahe treten oder Ähnliches.) Dank unserer weiblichen, einfühlsamen Energie setzen wir Frauen uns meiner Meinung nach bewusster mit den schwierigen Thematiken auseinander und schieben sie vergleichsweise nicht so sehr von uns. Dazu gehört in meinen Augen auch, dass wir unsere Kinder so früh wie möglich über diesen Bereich des Lebens aufklären und sie zu wichtigen Beerdigungen mitnehmen sollten. Kinder sind offener und verstehen mehr, als wir oftmals annehmen wollen.

Ihr lieben weiblichen Wesen – zerbrecht Euch nicht Eure Köpfe zu sehr! Lasst uns einfach als gutes Beispiel mit weiblicher Stärke einfühlsam vorangehen und unsere wärmenden Sonnenstrahlen in den kühlen Löchern des „dunklen Reiches“ausbreiten, an unseren Händen die Kinder und Männer haltend…

Aber wer sitzt denn nun hinter den Zeilen hier?

Mein Name ist Theresa. Ich bin Bestatterin, Trauerrednerin sowie Tierheilpraktikerin in Ausbildung. Der Tod ist mein liebevoller Begleiter, der täglich auf meiner Schulter sitzt, um mich daran zu erinnern, welche meine persönliche Aufgabe auf dieser Welt ist. Nun, es ist nicht nur meine Aufgabe, sondern es ist mein inneres Geschenk, das ich mit all den leuchtenden Seelen da draußen teilen möchte. Mein Herz zeigt mir den Weg, den ich gehen darf. Heute gehe ich mit Euch gemeinsam ein Stück des Weges auf dieser inspirierenden Seite.

Was es eigentlich mit meiner Tierheilpraktiker-Ausbildung auf sich hat?

Natürlich ist nicht nur das „düstere“ Thema meine Leidenschaft, sondern ich habe auch ein großes Herz für Tiere. Meine derzeitigen Begleiter sind meine beiden Hunde, die mich so Vieles auf meinem Weg lehren und einen Großteil dazu beitragen, immer mehr zu mir selbst zu finden. Auch Pferde betreue ich und kann bestätigen, dass sie ein großartiger Spiegel der eigenen Seele sind. Ja, selbst meine Reptilien lassen mich meine innere Ruhe finden. Daher entwickelte sich meine große Vision der tiergestützten Trauerbegleitung, die ich derzeit gemeinsam mit meinen Hunden aufbaue, nachdem wir reichlich Erfahrungen während meiner Festanstellung als Bestatterin sammeln durften. Trauernden Seelen zu begleiten, ist für meine Hunde und mich keine Seltenheit und dennoch so besonders. Jede Begegnung ist einzigartig, vor allem in Hinsicht darauf, welche Formen der Trauer die Menschen durchleben. Häufig ereilen mich von Außenstehenden die Fragen, wie man denn mit trauernden Personen oder auch Tieren umgehen sollte.

Heute konzentrieren wir uns auf uns Menschen:

Ich kenne beide Seiten sehr gut, auch die, selbst die Trauernde zu sein. Bereits als kleines Mädchen verabschiedete ich meinen Vater, als er langsam nach oben in das Licht flog. Während meines jungen Lebens (heute 26 J.), durchlebte ich häufiger Trauerphasen, nachdem ich viele liebe Menschen aus der Familie und dem Freundeskreis loslassen musste. Da ich schon von klein an Haustiere besaß, musste ich natürlich auch auf diesem Weg erfahren, wie sich Abschied anfühlt. Dass Zeit alle Wunden heilt, kann ich so nicht bestätigen. Aber die Zeit zeigt mir auch nach vielen Jahren auf, dass mein Herz die Lieben, die von mir gingen, noch immer in sich trägt. Dementsprechend erlaube ich mir zeitweise die tiefe Sehnsucht nach ihnen und in dem Zusammenhang auch eine gewisse Traurigkeit.

Dann gibt es noch die andere Seite für mich – die Seite der helfenden Hand des Trauernden. Ein Gespräch mit dem Bestatter und erstrecht mit dem Trauerredner, sollte in meinen Augen immer mehr sein, als das bloße Abwickeln von Formalitäten oder das „Herunterrattern“ vom Lebenslauf eines Verstorbenen. Es entwickeln sich bei mir in den meisten Fällen tiefgründige Gespräche. Traurige Seelen klagen oftmals darüber, dass ihre Mitmenschen den Kontakt zu ihnen meiden, bei Begegnung die Straßenseite wechseln usw. Doch nicht nur die Trauernden leiden darunter, sondern auch die Mitmenschen. Denn ihr Handeln ist oft das Ergebnis von Angst und Unsicherheit.

Warum Angst?


Der Tod wurde in unserer Gesellschaft zu einem Tabuthema. Schauen wir mal auf andere Kontinente – die Reise-Begeisterten unter uns kennen bestimmt andere Völker, in denen der Tod sogar gefeiert wird. Und das ist gut so, wie ich finde. Es gibt mit Sicherheit Situationen, in denen es grenzwertig ist. Denke ich daran, wie viele Mütter und Väter ich auf ihrem Trauer-Weg begleitete, die ihr Kind verabschieden mussten, dann ist es durchaus ein sehr schmaler Bereich, in dem ich mich gerade bewege.

Wie verhalte ich mich in solch einer beklemmenden Trauer-Stimmung?

Es gibt immer Ausnahme-Todesfälle, bei denen einfach alles anders ist als bei Anderen. Meine Kollegen baten mich oftmals bei verstorbenen Kindern, den Fall zu übernehmen. Selbst der härteste Bestatter hat seine Grenzen. Für mich war es stets ein „Geschenk“, an der Seite der Eltern zu sein, denn ich wusste, ich mache alles auf meine Weise möglich, damit sie ihren schweren Verlust irgendwie verkraften können. Was die Leute während ihrer Trauerphasen in meinen Augen brauchen, sind haltende Hände, stille Umarmungen und Hilfsangebote. Manchmal sind Hinterbliebene auch so in ihrer Traurigkeit gefangen, dass die Hilfsangebote einfach aus eigener Initiative von Verwandten und Freunden umgesetzt werden sollten. Ruhe, Stärke und Behutsamkeit sind hierbei das Wichtigste. Ein Gespräch muss nicht erzwungen werden, vielmehr geht es um die bloße Anwesenheit, die so viel Wärme schenken kann oder um helfende Hände, die das Leben am Laufen halten. Denn die Welt dreht sich ja bekanntlich erbarmungslos weiter, wenn jemand stirbt.

Dennoch sollte man eine trauernde Person niemals zwingen, aus ihrem Mäuseloch zu kommen. Jeder braucht unterschiedlich lange um einen Verlust zu verarbeiten und Vielen hilft oftmals einfach die Stille in ihren eigenen 4 Wänden. Andererseits ist es auch überhaupt kein Verbrechen, wenn Hinterbliebene nach einem Todesfall recht zeitnah wieder unter Menschen wollen und ich finde es UNMÖGLICH, dass es dennoch viele Leute gibt, die darüber negativ urteilen. Jeder trauert und verarbeitet auf seine eigene Weise und alles ist gut, solange man sich selbst wohl damit fühlt. Vor allem muss man nicht monatelang schwarz tragen und hey – selbst auf Beerdigungen könnte ich locker auf meinen schwarzen Anzug verzichten. Pietätvoll geht auch anders! Es gibt kein richtig oder falsch in der Trauerverarbeitung.

Die Gespräche entwickeln sich mit der Zeit und es kann so viel Trost und sogar ein Lächeln schenken, wenn man sich gemeinsam über den Verstorbenen austauscht und alte Geschichten heraus kramt. Als mein Vater damals starb, war es schlimm für mich, dass mich alle „nur“ unter Tränen in den Arm nahmen und leise flüsterten: „Du armes Kind!“, anstatt zu fragen, was mich bewegt. Ich wollte einfach über meinen Papa erzählen, wollte wissen, was seine Krankheit mit ihm angestellt hat und was mit seinem leblosen Körper passiert, ich wollte den Leuten zeigen, was ich noch für Andenken an ihn habe… Ich fühlte mich erdrückt von den Tränen und jeder Friedhofsbesuch nach der Beerdigung bereitete mir Angst. Damals sah ich den Tod meines Vaters voraus und wusste genau, dass es ihm im Himmel sehr viel besser gehen wird. Nach seinem Ableben sah ich ihn lichtdurchflutet in den Wolken herum fliegen. Dass seine Lieben so viele Tränen vergossen und in Kummer versanken, machte ihm das Loslassen unendlich schwer. Ja, es mag verrückt klingen, aber so war es. Gott sei Dank gab es damals den besten Freund meines Papas, der meine Schwester und mich daran erinnerte, dass wir im Leben trotzdem noch Spaß haben dürfen. Er litt natürlich unter dem Verlust auch enorm, aber auf spielerische Weise ließ er unseren Papa und somit auch uns weiter leben. Bis heute, nach so vielen Jahren ohne meinen Vater, erzähle ich gerne von ihm und bin dankbar über jeden Menschen, der mir dabei einfach zuhört und mit mir darüber lacht, anstatt sich zu entschuldigen, weil vielleicht ein wunder Punkt angeschnitten wurde.

Oftmals fehlen einfach die Worte nach einem Todesfall, das ist sehr verständlich. Aber bitte, meidet nicht den Umgang mit der trauernden Person und zerbrecht Euch nicht im Vorfeld so sehr den Kopf! Ihr werdet sehr schnell signalisiert bekommen, was Euer Gegenüber gerade braucht. Ein „Ich bin für Dich da.“ tut niemandem weh und gibt so viel!

Also, Ihr lieben Leserinnen – ich bin für Euch da! Falls Euch etwas bewegt, hinterlasst gerne hier einen Kommentar oder meldet Euch über meinen Blog, wenn Ihr möchtet. Ich würde mich über Eure Anfragen oder Verbesserungsvorschläge freuen. Was bewegt Euch oder welche Frage brennt Euch auf den Lippen? Es gibt keine dummen Nachrichten.

Namasté und alles Liebe für Euch!

Theresa on Facebook
Theresa
Kurz und knapp:
Ich bin eine Mutmacher-Fee und biete tiergestützte Wegbegleitung im Bereich Tod- & Trauerverarbeitung, sowie tierheilpraktische Beratungen an. :-)

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